Die Gründung des SC Grün-Weiß Vardingholt e.V.

Warum und wie alles begann

Wie sah es in den Jahren 1983, 1984 sportlich in Rhede und Umgebung aus? Was motivierte zwanzig- bis fünfzwanzigjährige Fußballinteressierte damals einen Sportverein zu gründen? Da lohnt es sich nach fünfundzwanzig Jahren einen kurzen Rückblick zu halten.

 

 

Wilhelm Harberding war Bürgermeister der Stadt Rhede, Heinrich Nienhaus bis Ende 1983 Stadtdirektor, Hermann Bode wurde zu Jahresbeginn 1984 sein Nachfolger im Amt. Städtischer Verwaltungsrat Wilhem Tewordt war für den Bereich Sport zuständig, Rudi Lage und Franz-Josef Joosten im Sportamt der Stadt aktiv. Rudi Lage war zugleich erster Geschäftsführer des am 16. September 1983 gegründeten Stadtsportverbandes Rhede, dessen Vorsitzender Hans Terworth war.

 

Am 15. Februar 1984 bestritt Manfred Bockenfeld (23), Fortuna Düsseldorf, vorher 1. FC Bocholt und FC Oeding, sein erstes und einziges Fußballländerspiel. In Varna, Bulgarien, gewann er mit der Deutschen Nationalmannschaft gegen Bulgarien mit 3-2 Toren.

 

Am Samstag, den 03. März 1984 empfing der Oberligist 1. FC Bocholt den großen FC Bayern München im Stadion „Am Hünting“ in Bocholt. Im Viertelfinale des DFB-Pokals kam es zu diesem bis heute einmaligen Ereignis, das 16.350 Zuschauer live verfolgten, darunter viele Fußballfans aus Vardingholt, Spoler und Rhede. Sie freuten sich, dass der Bundesligakrösus zu einem Pflichtspiel in der Provinz antreten musste, die Euphorie war riesig. Nach großem Kampf musste sich der 1. FC Bocholt mit 1-2 Toren geschlagen geben.

 

Von der großen, bundesweiten Fußballbühne ging es dann sechs Tage später in den Saal der Gaststätte „Haus Stockhorst“ in Rhede-Vardingholt, wo am Freitag, 09. März 1984 die Gründungsversammlung des neuen Sportvereins „SC Grün-Weiß Vardingholt“ stattfand.

 

Der Fußball in Vardingholt hielt nicht erst mit diesem Datum Einzug in den im Rheder Norden gelegenen Ortsteil. Schon im Schulsport der ehemaligen Marienschule in Vardingholt-Kirche wurde auf dem Bolzplatz in der Nähe der Schule gekickt. Ebenfalls blickte die Fußballmannschaft der KLJB Vardingholt im Jahr 1984 auf eine dreißigjährige Tradition zurück. Und nicht zu vergessen ist der „Straßenfußball“ auf dem „alten Bolzplatz“ auf dem Gelände zwischen den heutigen Straßen Gronauer Straße/Am Stein neben der ehemaligen Lehrerwohnung (Stenner/Kreilkamp) und der Schmiede Stratmann. Die heutzutage so beliebten Nachbarschaftsturniere fanden schon damals in den siebziger und Anfang der achtziger Jahre in Eigeninitiative statt.

 

Alter Bolzplatz im „Ossenschott“ musste weichen

 

Anlässlich des Neubaus der Gronauer Straße als Umgehungsstraße an Stockhorst vorbei Richtung Burlo bzw. Rhede (zur Verkehrsentlastung der Hauptstraße durch den Ortskern) sowie des Wohnhauses von Elisabeth Hoffmann (Am Stein, neben Wohnhaus ehemals Stenner) wurde der damalige Bolzplatz im „Ossenschott“ in seinen Ausmaßen sehr beschnitten. Heute würde man den verbleibenden Platz als „Kleinspielfeld“ bezeichnen. Die Stadt Rhede legte daher einen neuen „Bolzplatz“ auf dem heutigen Sportplatzgelände Im Brock / Im Kappenhagen entlang des Rheder Baches an. Die Nutzung erfolgte durch die Vardingholter Vereine, hierbei insbesondere durch die Landjugend, deren Fußballspieler auch die Pflege der Platzanlage übernahmen, d. h., den offiziellen Bolzplatz zum standardmäßigen Fußballplatz umwandelten. Neue „gebrauchte“ Holztore wurden besorgt und aufgestellt, Material für einen Ballfangzaun organisiert und daraufhin errichtet, die Rasenfläche gepflegt, die Säuberung der Außenanlagen und die Pflege des Baumbestandes selbstverständlich übernommen. Die Kommune übernahm das Mähen des Rasens und gab einen kleinen Geldbetrag für Materialien wie Dünger und Saatgut. Allgemein wurde das im Sprachgebrauch „Bachstadion“ genannte Gelände als ein „Schmuckkästchen“ anerkannt.

 

Vereinsmäßig waren die Vardingholter zu Beginn der 80ger Jahre überwiegend in den Jugend- und Seniorenabteilungen von VfL Rhede und DJK Rhede aktiv, einige in den Jugendabteilungen als Trainer und Betreuer. In der Sommerpause hatte die Landjugendmannschaft absoluten Vorrang. Das Landjugendtraining fand so weit wie möglich in Vardingholt, in den Wintermonaten an einem Abend auf der Platzanlage der DJK Rhede statt. Zeitweise gab es sogar „Landjugendtrainer“, u. a. Josef Kobensen und Helmut Stockhorst. Von dem fast täglichen Gekicke auf dem Bolzplatz profitierten die Rheder Vereine gerne, erhielten sie doch so technisch gut ausgebildete Jugendfußballer / Straßenfußballer.

 

Überlegungen, in Vardingholt einen Fußballverein zu gründen, gab es schon mehrfach. Vardingholter waren maßgeblich an der Gründung der DJK Rhede (1957; ehemals DJK Vardingholt) beteiligt, einige spielten aktiv in Rheder Vereinen, der Landjugendfußball funktionierte gut. Der Bedarf und auch das Interesse an organisiertem Fußball waren vorhanden. Da aber alle ihrer sportlichen Betätigung ihren Wünschen entsprechend nachgehen konnten, wurden die Initiativen bezüglich einer Vereinsgründung nicht weiter verfolgt und schlummerten vor sich hin bis . . .

 

Ärger und Frust über Fremdnutzung des Sportplatzes

 

. . . bis auch andere Fußballer die schöne Platzanlage mit dem gepflegten Rasenplatz entdecken und schätzen lernten. Wollten Vardingholter Kinder und Jugendliche z. B. am Samstagnachmittag etwas bolzen, mussten sie feststellen, dass der Platz bereits belegt war. Hobbymannschaften aus nah (Rhede) und fern (Bocholt, Wesel, Borken) trugen hier ihre Spiele aus und hinterließen den Vardingholtern oftmals „ihre Spuren“. Es wurde bei jedem Wetter gespielt, egal ob der Platz gut bespielbar war oder nicht. Es gab ja noch die „nette und gutgläubige“ Vardingholter „Land“-Jugend, die den Platz für das nächste Spiel schon wieder herrichten würde.

 

Mit der Gründung des FC Rhede im Jahr 1983 wurde der Platz dann auch noch am Sonntag zu Meisterschaftsspielen genutzt, gleichfalls zum Training innerhalb der Woche. Die Vardingholter sahen dieses nunmehr mit sehr großem Unbehagen, zum Teil mit sehr großer Wut und Frust. Dieses führte sogar dazu, ein besonderes Zeichen zu setzen! In der Nacht zum Sonntag, 02. Oktober 1983, vor einem Meisterschaftsspiel des FC Rhede, wurden kurzerhand die Tore abgebaut und abtransportiert, so dass das Spiel am Sonntag ausfallen musste. Diese Anekdote ist sogar in der Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Fußballabteilung des TV Rhede (bis zum Juni 1997 FC Rhede) als besonderes Ereignis aufgenommen worden!

 

Die Verantwortlichen der Landjugend wandten sich daher an die Stadt Rhede, mit der eine Benutzungsvereinbarung geschlossen wurde (am 06. Oktober 1983) und der Landjugend eine Aufsichtsfunktion zusprach sowie weiterhin die Nutzung des Platzes nur nach vorheriger Absprache zuließ (Vereinbarung vom 11. Mai 1983). Die Platz- und Instandhaltungsarbeiten führte weiterhin nur die Landjugend aus, hauptsächlich für Dritte, da der Platz auch weiterhin „schwarz“ von auswärtigen Mannschaften genutzt wurde. Daher fragten sich die aktiven Fußballer, ob es da nicht ratsamer wäre, einen „offiziellen“ Verein zu gründen, wenn die Arbeit ohnehin zu leisten wäre. Damit könnten die Belegungszeiten für den FC Rhede reduziert und Hobby- und Thekenmannschaften ggf. gänzlich von der Platzanlage verdrängt werden. Die Stadt Rhede müsse schließlich einsehen, dass auch ein Bolzplatz nur in gewissem Maße genutzt werden könne und den Einwohnern von Vardingholt, für die der Platz ja eigentlich bestimmt sei, gewisse Vorrechte und Zeiten eingeräumt werden müssten.

 

Unterschriftensammlung für eine Vereinsgründung

 

Am 04. Dezember 1983 wurde schließlich bei der Stadt Rhede der Antrag gestellt, den Platz in Vardingholt für den Spielbetrieb eines noch zu gründenden Vereins in der Saison 1984/85 nutzen zu können. Gleichzeitig wurde in Vardingholt eine Unterschriftenliste mit dem Inhalt ausgelegt: „Wir sind an der Gründung eines Sportvereins in Rhede-Vardingholt interessiert, und wir unterstützen die Bemühungen einer Gründung im Frühjahr 1984“. 96 Personen trugen sich innerhalb von zwei Wochen in die Liste ein. Am 15. November 1983 war der erste Kontakt mit dem Fußballverband Niederrhein hergestellt und um Informationsmaterial sowie die Benennung eines Ansprechpartners für weitere Fragen gebeten worden. Am 21. November 1983 übersandte der Fußballverband Niederrhein die erbetenen Unterlagen und verwies bezüglich weiterer Formalitäten an den Geschäftsführer des Fußballkreises 11 Rees-Bocholt, Herrn Wilhelm Brands, Wesel. Noch im Dezember 1983 wurde mit Wilhelm Brands ein erster Kontakt hergestellt, die Situation und der Stand der Planungen geschildert, sowie ein Gesprächstermin für Januar 1984 vereinbart.

 

Am 13. Januar 1984 klärten Josef Beckmann, Antonius Böing und Johannes Kappenhagen bei Wilhelm Brands in Wesel weitere Details bezüglich einer Vereinsgründung. Am 18. Januar 1984 bewilligte der Jugend- und Sportausschuss der Stadt Rhede die Nutzung der Platzanlage für die Saison 1984/85. Zugleich wurde zwischen der Stadt Rhede, der Landjugend Vardingholt sowie Vertretern des zu gründenden Vereins über eine Nutzungsvereinbarung beraten, die später auch in Kraft gesetzt werden sollte. Am 10. Februar 1984 fand im „Haus Stockhorst“ ein Informationsabend über eine Gründung eines Fußballvereins in Vardingholt statt. Hieran nahmen 55 Personen teil.

 

Im Februar 1984 nahm Antonius Böing Kontakt mit dem Rechtspfleger beim Amtsgericht Bocholt bezüglich einer Vereinssatzung auf, da der neue Verein beim Amtsgericht als „e. V.“ eingetragen werden sollte. Von der vom Fußballverband Niederrhein übersandten Mustersatzung wurde abgeraten und stattdessen auf die Satzung, die zwischen dem Amtsgericht Bocholt und dem Finanzamt Borken abgestimmt wäre, verwiesen. Dieser Satzungsentwurf wurde daraufhin für den zu gründenden Verein überarbeitet und für die Gründungsversammlung vorbereitet.

 

Gründungsversammlung am 9. März 1984

 

Am Freitag, 9. März 1984, wurde in der Gaststätte „Haus Stockhorst“ der Sportclub Grün-Weiß Vardingholt gegründet. An der Gründungsversammlung nahmen 43 Personen teil, die sich noch am Abend dem neuen Verein als Mitglieder anschlossen. Als Vereinsfarben wurden Grün und Weiß bestimmt, in Anlehnung an die Farben der Fußballmannschaft der Landjugend Vardingholt. Nach einigen Diskussionen und Unterbrechungen der Versammlung, in denen noch kurzfristig und spontan Mitglieder für den Vorstand gefunden werden mussten, wurde dann der Vorstand gemäß der vorher verabschiedeten Vereinssatzung gewählt. Diesem Vorstand gehörten an: Antonius Böing als Erster Vorsitzender, Wilhelm Hungerkamp als Zweiter Vorsitzender, Clemens Schröer als Geschäftsführer, Wilhelm Spandern als Stellvertretender Geschäftsführer, Bernhard Kappenhagen als Erster Kassierer, Johannes Klein-Heßling als Stellvertretender Kassierer, Johannes Kappenhagen als Beisitzer. Zu Kassenprüfern wurden Josef Beckmann und Bernhard Büdding gewählt. Auch die Mitgliedsbeiträge wurden festgelegt, sowie eine einmalige Umlage beschlossen, die eine Grundfinanzierung des neuen Sportvereins sichern sollte.

 

Die Gründungsmitglieder waren: Antonius Böing, Berthold Böing, Ludger Böing, Robert Brokamp, Bernhard Büdding, Ludger Büdding, Monika Büdding, geb. Beckmann, Bernhard Dalhaus, Franz Dalhaus, Werner Dalhaus, Stefan Essing, Alfons Giesing, Norbert Große-Venhaus, Berthold Heisterkamp, Helmut Heisterkamp, Wilhelm Hungerkamp, Bernhard Kappenhagen, Johannes Kappenhagen, Bernhard Keiten-Schmitz, Heinz Keiten-Schmitz, Hubert Klein-Heßling, Johannes Klein-Heßling, Heiner Könning, Werner Könning, Klemens Kortstegge, Hermann, Möllenbeck, Wilhelm Möllenbeck, Manfred Möllmann, Alfons Nienhaus, Paul Nienhaus, Martin Reuke, Norbert Schäpers, Clemens Schröer, Wilhelm Spandern, Josef Terörde, Heinz Terodde, Rainer Terodde, Johannes Thebingbuß, Wilhelm Thebingbuß, Andreas Topp, Hubert Wewering, Ewald Wienand, Josef Wienand

 

Mit Schreiben vom 01. April 1984 wurde über den Geschäftsführer des Fußballkreises 11 Rees-Bocholt die Aufnahme in den Fußballverband Niederrhein beantragt. Nachdem der Fußballverband am 14. Mai 1984 nochmals eine Überarbeitung der Vereinssatzung verlangte, wurde mit Schreiben vom 16. Mai 1984 darauf hingewiesen, dass die vorgelegte und auf der Gründungsversammlung beschlossene Satzung in dieser Form und mit diesem Inhalt vom Amtsgericht Bocholt gefordert worden war, um auch die notwendigee „Gemeinnützigkeit“ als Verein zu erhalten. Die Eintragung beim Amtsgericht Bocholt als „e.V.“ erfolgte am 18. Juli 1984.

 

Im Mai 1984 wurden unter anderen die Vereine DJK Rhede und VFL Rhede angeschrieben, um die Freigabe für Spieler zu erreichen, die dort noch aktiv tätig waren, nun aber ab Juli 1984 für den SC Grün-Weiß spielen wollten. Und auch die Spielerpässe mussten für ehemalige Vereinsspieler besorgt werden, die in den Jahren vorher in anderen Vereinen in den Jugendmannschaften gespielt hatten. Letztlich konnten diese wichtigen Formalitäten bis zum 30. Juni 1984 im gegenseitigen Einvernehmen abgewickelt werden. Gerade für die DJK Rhede bedeutete dieses einen „herben“ Verlust von ca. 15 aktiven Spielern und ebenso vielen ehemaligen Aktiven. Viele dieser Spieler blieben mit der DJK aber noch über Jahre als passive Mitglieder verbunden.

 

Am 15. Mai 1984 wurde der Stadtsportverband (SSV) Rhede mit der Bitte angeschrieben, den SC Grün-Weiß Vardingholt als Mitglied aufzunehmen. Am 02. Oktober 1984 benachrichtigte der SSV den Vorstand, dass das Aufnahmegesuchen beraten und die Aufnahme einstimmig befürwortet worden sei.

 

Am 03. Juni 1984 wurde der Superior des Klosters „Mariengarden“ in Borken-Burlo, Pater Winfried Kruppke, OMI, vom Vorstand des SC Grün-Weiß mit der Bitte angeschrieben, den Fußballplatz des Klosters zu Trainingszwecken nutzen zu dürfen, ebenfalls die Umkleide- und Duschräume am Klosterplatz sowie die Flutlichtanlage. Im Vorfeld hatten Josef Beckmann und Antonius Böing als ehemalige Schüler und Werner Dalhaus und Heinz Keiten-Schmitz, die für ihre Firma oft im Kloster arbeiteten, erste Gespräche geführt, die die Bereitschaft des Klosters angezeigt hatten. Diese privaten Kontakte sowie die enge Beziehung der Patres aus Burlo zur Pfarrei St. Marien in Vardingholt ermöglichten das positive Gesprächsergebnis, um dessen Umsetzung sich danach die Kassenwarte Bernhard Kappenhagen und Johannes Klein-Heßling verdient machten, zumal deren Wohnort Burlo war.

 

Finanzielle Grundlage gelegt

 

An den Pfingsttagen 09. bis 11. Juni 1984 stellten sich 34 Vereinsmitglieder und Freunde des neuen Vereins zur Verfügung, um beim Pfingstreitturnier des Reiterverein Borken auf deren Vereinsgelände in Hoxfeld-Pröbsting den Kassendienst zu übernehmen. Damit war ein zweiter Startschuss zur Finanzierung des Vereins gemacht, nachdem anlässlich der Generalversammlung für alle erwachsenen Mitglieder eine einmalige Umlage von 60,- DM beschossen worden war. Eine weitere Einnahmequelle wurde mit der Austragung eines Turniers für Hobby-Mannschaften am Samstag, 30. Juni 1984, auf dem Vardingholter Sportplatz aufgetan. Gleichzeitig war dieses der Schlusspunkt für Spiele von Hobby- und Thekenmannschaften auf dem Vardingholter Sportplatz! Am Abend feierte man dann das erste Stiftungsfest des jungen Vereins im Schützenfestzelt der St. Georgi-Schützenbruderschaft Vardingholt-Kirche, das gegenüber dem „alten“ Sportplatz stand.

 

Bei guter Stimmung mit der Musikgruppe „Virginias“ war dieses Fest nach einem ereignisreichen Jahr ein kurzer Moment der Entspannung und des Feierns nach erster geleisteter Aufbauarbeit. Vier Tage später, am 04. Juli 1984, erreichte ein Schreiben des Fußballverbandes Niederrhein den Vorstand: Offizielle Aufnahme des SC Grün Weiß Vardingholt in den Verband unter Kartei-Nr. 11/51, verbunden mit der Auflage, innerhalb von zwei Jahren eine Jugendmannschaft zu stellen. Noch am gleichen Tage wurden dem Fußballverband Niederrhein und dem Landessportbund NRW Anträge auf Zuschüsse und Darlehen aus Totomitteln bzw. aus dem Investitionsprogramm des LSB NRW zur Errichtung von Umkleide- und Sanitärräumen in der ehemaligen „Marienschule“, Hauptstraße in Rhede-Vardingholt zugeschickt.

 

Mit der Stadt Rhede wurde zuvor im Juni 1984 vereinbart, dass der Umkleideraum und die Duschen an der Gymnastikhalle der „Norbert-Grundschule“ in Vardingholt-Spoler solange für Meisterschafts- und Freundschaftsspiele der Grün-Weiß-Mannschaften genutzt werden durften, bis in Vardingholt-Kirche Umkleidekabinen fertig gestellt werden konnten.

 

Trainingsstart mit Ludger Heinrichs

 

Am Dienstag, 26. Juni 1984, startete um 19.00 Uhr auf dem Gelände am Rodelberg in Bocholt das Training für zwei Seniorenmannschaften, die zum Spielbetrieb der Saison 84/85 ebenso gemeldet worden waren wie eine A-Junioren-Mannschaft (Trainer Johannes Kappenhagen). Leider musste Grün-Weiß mit seiner ersten Mannschaft in der Kreisliga C starten. Der Fußballverband hatte beschlossen, dass ab der Saison 1984/85 neu gegründete Vereine in der untersten Spielklasse beginnen müssen. Zuvor war der Einstieg in der Kreisliga B möglich, wovon z.B. der FC Rhede und der HSC Berg ein Jahr zuvor profitierten.

 

Das Training der Senioren leitete Ludger Heinrichs, der im April 1984 als Trainer verpflichtet worden war. Jetzt floss auch auf sportlicher Seite der Schweiß, und es wurde hart gearbeitet, um am 1. Spieltag topfit zu sein. Das erste Freundschaftsspiel der Vereinsgeschichte fand dann am 14. Juli 1984 beim VFL 45 Bocholt I statt. In den weiteren Trainingseinheiten und Vorbereitungsspielen wurde intensiv auf den Saisonstart am 19. August 1984 hingearbeitet.

 

 

Bericht aus dem Bocholt-Borkener Volksblatt vom Dienstag, 10. Juli 1984

 

SC Grün-Weiß Vardingholt bereit – Leder kann rollen

Neuer Klub gegründet / Stadt in der Fußball-Kreisliga C

 

Rhede-Vardingholt (kp). Die Formalitäten sind erledigt, das Leder kann rollen. Nach einer mehrmonatigen Geburt hat der Sportclub Grün-Weiß Vardingholt alle Hürden überwunden, die auf dem Weg zur ersten Teilnahme an der Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga C, der untersten Amateur-Klasse standen. Am 9. März wurde auf der Gründungsversammlung eine Satzung verabschiedet und ein Vorsitzender gewählt – Antonius Böing leitet die Geschicke des SC Grün-Weiß, während der 33jährige Ludger Heinrichs als Trainer den sportlichen Ton angibt.

 

„Das Interesse in Vardingholt war da. Also haben wir uns überlegt, einen Verein zu gründen. Dazu waren natürlich eine Menge Informationen und Erledigungen nötig.“ Gut zurückblicken kann heute der Vorsitzende, wenn er aus der Entstehungsgeschichte seines Vereins erzählt. Da wurden Gespräche mit dem Fußballverband Niederrhein geführt, Unterschriften gesammelt, Versammlungen abgehalten. Und irgendwann reifte der Gedanke, „lieber selber einen Verein zu gründen, als einen Platz für andere instand zu halten“ (Böing). Da hatte der der FC Rhede nämlich auf dem Bolzplatz in Vardingholt gespielt. Und nach den Gesprächen mit der Stadt Rhede sowie der Satzungsniederlegung beim Amtsgericht waren die größten Hürden genommen. Auch ein Platz, den ein neuer Fußballverein ja wohl braucht, war relativ schnell gefunden. Die Vardingholter werden diese Anlage mit der zweiten Mannschaft des FC Rhede teilen. Schwierig ist zur Zeit nur das Einspielen, das Vorbereiten auf die erste Meisterschaftssaison – der Platz ist nämlich wegen Renovierungsarbeiten gesperrt, weshalb Heinrichs und seine Mannen derzeit den Bocholter Rodelberg „unsicher“ machen. Doch ist das alles nur ein Problem auf Zeit. Ebenso die Tatsachen, daß Umkleidekabinen sowie Duschen 500 Meter entfernt sind und die Anerkennung als eingetragener Verein.

 

Auch für den Winter steht ein Trainingsgelände zur Verfügung. Kontakte aus Schülertagen haben sich erhalten, so dass der Platz des Klosters Mariengarden in Burlo bespielt werden kann. Zweimal pro Woche, jeweils 90 Minuten, scheucht Lagerarbeiter und Trainer Heinrichs seine Zöglinge, um sie für die Meisterschaft zu trimmen. Doch an Selbstvertrauen mangelt es Vorsitzenden und Trainer nicht: „Wir wollen oben mitmischen“, geben sie sich optimistisch. Ein Platz unter den ersten fünf sollte schon herausspringen. Und wenn es gleich mehr wird, zum Beispiel der Sprung in die Kreisliga B, hätte man auch nichts dagegen – die lockere Unbekümmertheit eines Neulings …

 

Neben der Tatsache, dass neben den Anfängern in der Truppe auch Spieler stehen, die schon in anderen Vereinen oder als Hobbyspieler Erfahrungen gesammelt haben, steht eins in Vardingholt im Vordergrund: die Kameradschaft. Dies soll Grundlage für den Erfolg werden. Und wenn’s nicht klappt, geht davon die Welt in Vardingholt nicht unter. „Ein Jahr zum Warmlaufen im neuen Umfeld lassen wir uns schon“ haben Böing/Heinrichs vorgesorgt – weise Voraussicht wie alte Hasen.

 

Fotos des BBV-Berichts:

Geben den Ton an: Vardingholts Vorsitzender Böing (l.) und Trainer Heinrichs

Kondition am Rodelberg tanken: Der neu gegründete SC Grün-Weiß Vardingholt

 

 

Erfolgreicher Start in die Premierensaison

 

Das erste Meisterschaftsspiel der Ersten Mannschaft in der Kreisliga C 2 der Saison 1984/1985 fand am Sonntag, 19. August 1984 gegen DJK Barlo III statt, das Grün-Weiß mit 4-1 (1-0) Toren gewann. Grün-Weiß trat mit folgender Aufstellung an:

 

Heinz Keiten-Schmitz, Josef Terörde, Hubert Wewering, Josef Wewering, Josef Beckmann, Clemens Schröer (Hubert Klein-Heßling), Antonius Böing, Josef Wienand, Hermann Möllenbeck, Robert Brokamp, Bernfried Böing-Messing (Hubert Terodde)

Trainer: Ludger Heinrichs

Begleiter: Werner Dalhaus

Tore: Robert Brokamp und Josef Wewering (3)

 

Das erste Meisterschaftsspiel der Zweiten Mannschaft in der Kreisliga C 1 der Saison 1984/1985 fand am Sonntag, 19. August 1984 gegen den SV Werth II statt, das Grün-Weiß mit 2-1 (1-1) Toren gewann. Grün-Weiß trat mit folgender Aufstellung an:

 

Klemens Kortstegge, Johannes Klein-Heßling, Wilhelm Hungerkamp, Andreas Topp, Wilhelm Böcker (Franz Dalhaus), Heinz Terodde, Werner Könning, Helmut Stockhorst, Bernd Kappenhagen, Paul Nienhaus, Bernhard Keiten-Schmitz

Begleiter: Wilhelm Spandern

Tore: Bernhard Keiten-Schmitz (2)

 

 

Grün-Weiß Vardingholt mischt mit

 

Ab der zweiten Jahreshälfte 1984 stand nun der Sport im Vordergrund der Tätigkeiten. Denn die jungen und ehrgeizigen „Neulinge“ aus Vardingholt machten sich auf den Weg, selber in den Tabellen der Fußballligen zu erscheinen. Noch im Mai 1984 konnte man nur lesen, wer in welcher Liga welchen Platz belegt hatte:

 

1. Bundesliga

Meister

VFB Stuttgart

2. Bundesliga

Meister

Karlsruher SC

Oberliga Nordrhein

Meister

1. FC Bocholt; in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gescheitert

 

12. Platz

FC Olympia Bocholt

Verbandsliga Niederrhein

Meister

VFL Rhede

Bezirksliga

Meister

SC 26 Bocholt

 

2. Platz

TUB Bocholt

 

6. Platz

SV DJK Lowick

 

10. Platz

VFL 45 Bocholt

 

15. Platz

VFL Rhede II

Kreisliga A

Meister

1.FC Bocholt II

 

2. Platz

SV Biemenhorst

 

5. Platz

DJK Rhede

 

13. Platz

DJK Barlo

Kreisliga B 1

Meister

SV DJK Lowick II

 

6. Platz

TV Rhede

Kreisliga B 2

Meister

Borussia Bocholt

 

4. Platz

SV Krechting

Kreisliga B 3

Meister

SV Brünen

Kreisliga B 4

Meister

SV Haldern

Kreisliga C 1

Meister

Borussia Bocholt II

Kreisliga C 2

Meister

DJK Rhede II

Kreisliga C 3

Meister

BW Wertherbruch II

 

 

 

Gründungstag 9. März 1984

 

Freitag, 9. März 1984, sicher nicht das Datum in der „Geschichte von Vardingholt“! Aber ein Datum, das das Leben vieler Sporttreibenden mitgeprägt und dem Vardingholter Vereinsleben weitere neue Impulse gegeben hat. Nicht zu vergessen die Entwicklung vieler neuer Freundschaften durch die Integration in und Bindung an den Verein sowie das Leben und die Identifikation mit Vardingholt. Andererseits wurde es den „Auswärtigen“ durch die Vardingholter Mentalität auch leicht gemacht, sich in Vardingholt heimisch zu fühlen bzw. mit dem Ort verbunden zu sein.

 

Freitag, 9. März 1984, ein Datum, dessen Geschichte man nicht vergessen, dessen Intention man auch in der Zukunft verfolgen sollte: gemeinsam Sport treiben, gemeinsam Spaß haben, gemeinsam Probleme bewältigen, neue Freundschaften knüpfen, Leben in einem kleinen Ort!

 

Antonius Böing

im März 2009

 

1990: Erstellung einer großen Unterstell- und Gerätehütte am alten Sportplatz

1992/1993: Errichtung und Einweihung einer 2. Rasenspielfläche (= aktuelles Hauptspielfeld)

1995/1996: Drainage und Bau einer Flutlichtanlage auf dem alten Sportplatz

1998–2003: Antragstellung, Vorgespräche, Planung, Bau und Fertigstellung des Umkleidegebäudes/Vereinsheims am Sportplatz

2007: Erstellung einer automatischen Beregnungsanlage auf beiden Rasenplätzen

2009: Festjahr anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums mit vielen Aktivitäten

2009–2011: Errichtung einer 3. Platzanlage mit kompletter Umzäunung, Drainage und Erdarbeiten

2011: Errichtung einer Flutlichtanlage für den Hauptplatz, ausschließlich in Eigenregie

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